Gemeinsam für saubere Gewässer
Mit dem Neubau der EMV-Stufe investiert die ARA Worblental in den langfristigen Schutz der Gewässer und der Trinkwassrressourcen. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt hin zu noch sauberem Wasser – heute und für kommende Generationen.
Ausgangslage
Gewässer wie die Aare sind wertvolle Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Menschen und speisen auch die Trinkwasservorkommen. Damit sie langfristig gesund bleiben, werden die Anforderungen an die Abwasserreinigung laufend weiterentwickelt.
Gemäss der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung sind grössere Abwasserreinigungsanlagen verpflichtet, eine zusätzliche Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen (EMV) zu bauen. Auch die ARA Worblental ist davon betroffen.
Ziel des Projekts ist es, Stoffe aus dem Abwasser zu entfernen, die mit den heutigen Reinigungsverfahren nur ungenügend zurückgehalten und abgebaut werden. Damit wird die Wasserqualität der Aare weiter verbessert und ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Mensch und Umwelt geleistet.
Was sind Mikroverunreinigungen – und warum es eine zusätzliche Reinigungsstufe braucht
Mikroverunreinigungen sind organische Spurenstoffe, die in sehr geringen Konzentrationen im Abwasser vorkommen. Sie stammen unter anderem aus:
- Medikamenten
- Kosmetika und Körperpflegeprodukten
- Haushaltschemikalien
- Pflanzenschutzmitteln
Diese Stoffe gelangen über den täglichen Gebrauch in Haushalten, Gewerbe und Industrie ins Abwasser. Herkömmliche Abwasserreinigungsanlagen sind darauf ausgelegt, Nährstoffe und organische Belastungen zu entfernen – Mikroverunreinigungen können dabei nur teilweise zurückgehalten und abgebaut werden.
Gelangen sie in Gewässer, können sie empfindliche Wasserorganisamen bereits in geringsten Konzentrationen beeinträchtigen und langfristig das ökologische Gleichgewicht stören. Auch wenn sie für den Menschen kein akutes Risiko darstellen, ist ihre Reduktion ein wichtiger Schritt für den nachhaltigen Gewässer- und Trinkwasserschutz.
Wie werden Mikroverunreinigungen entfernt? Das Verfahren der Ozonung
Für die neue EMV-Stufe hat sich die ARA Worblental für das Verfahren der Ozonung mit anschliessender Filtration entschieden. Dabei wird das bereits biologisch gereinigte Abwasser mit Ozon behandelt. Ozon ist ein stakres Oxidationsmittel und reagiert gezielt mit den Mikroverunreinigungen im Wasser. Die organischen Spurenstoffe werden dabei chemisch aufgespalten und in unschädliche Bestandteile umgewandelt. Anschliessend werden die Reaktionsprodukte in einer Filtrationsstufe zurückgehalten. Das Ozon selbst zerfällt nach der Reaktion wieder zu Sauerstoff.
Das Projekt – was wird gebaut?
Mit dem Projekt entsteht auf dem Areal der ARA Worblental eine neue, zusätzliche Reinigungsstufe. Kernstück ist ein neues EMV-Gebäude, in dem die Ozonung und die Filtration untergebracht sind. Zum Projekt gehören unter anderem:
- Ein neues Gebäude für die EMV-Anlage
- Ozonreaktoren und Filtrationsanlagen
- Neue Pumpwerke und Leitungen
- Anpassungen an bestehenden Anlagen
Die neue EMV-Stufe wird der biologischen Reinigung nachgeschaltet und in den bestehenden Betrieb integriert. Die ARA bleibt während der gesamten Bauzeit in Betrieb
Meilensteine
Die Termine dienen als Richtwerte. Witterung, Wasserstände oder betriebliche Anforderungen können zu Anpassungen im Bauablauf führen.